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Chronik

Löschgruppe Lockhausen

„Immer bereit zu jeder Stund’ und Tageszeit!“

Aus einer Pflichtfeuerwehr wurde während des 2. Weltkrieges die Freiwillige Feuerwehr Lockhausen gebildet. Die Gründung fällt in das Kriegsjahr 1942. Dieses zeigt schon, dass sie aus der Not der Zeit heraus entstand.


1942

Gründung der Feuerwehr Lockhausen durch Kurt Heitkamp, Gustav Grefe und Adolf Strunk als Aufgabe des Schutzes des Gemeinwesens.

Im Juli 1942 wurden 28 Männer aus der Gemeinde Lockhausen zum Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr herangezogen. Diese Verpflichtung war durch die Kriegsjahre bedingt. In den nachfolgenden Jahren haben sich Männer aus der Gemeinde für die Freiwillige Feuerwehr zur Verfügung gestellt. Bei der Gründung der Wehr wurde der Gemeinde Lockhausen zunächst nur eine TS 8 Tragkraftspritze zur Verfügung gestellt. Sie war auf einem einachsigen Anhänger untergebracht, der wegen der Knappheit an Gummireifen mit Holzrädern ausgestattet war. Die Räder hielten der Beanspruchung auf den holprigen Straßen nicht stand und sprangen auch schon mal auseinander, denn Teerstraßen gab es damals noch nicht.

Als Gerätehaus diente ein Anbau an der Lockhauser Windmühle, dem Besitz der Familie Schröder.

Der Landwirt Hermann Upmeier wurde der erste Wehrführer.

 


1943

Die Feuerwehr Lockhausen erhielt einen Opel Super 6 PKW, der den Anhänger mit Tragkraftspritze zog. Die Besatzung des relativ leistungsstarken 2 Liter PKWs bestand aus einer Gruppe.

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30.9.1944 / 3.3.1945

Fliegerbomben fallen auf Lockhausen. Die Freiwilligen Feuerwehren Lockhausen und Biemsen-Ahmsen sind im Löscheinsatz. In den Nachkriegsjahren sind dann junge Leute der Feuerwehr beigetreten. Hierdurch konnten die in der Kriegszeit verpflichteten älteren Gemeindebürger ihren Dienst in der Feuerwehr aufgeben.

 


1949

Am 22.03.1949 hat der Rat der Gemeinde Lockhausen den Bau eines gemeindeeigenen Hauses, mit Unterbringung der Feuerwehr und 3 Wohnungen, beschlossen. Bereits am 16.10.1949 konnten in einer Festversammlung die Schlüssel für das Feuerwehrgerätehaus, an der Ahmser Straße, überreicht werden.

 


1950

Amtsantritt von Gustav Grefe als Wehrführer.

 


1955

Auf Grund von finanziell knappen Mitteln wurde der Opel Super 6 aus dem Verkehr gezogen. Als Ersatz wurde ein gebrauchter Mannschaftswagen angeschafft.

 


1957

Anschaffung einer neuen Tragkraftspritze TS 8 mit VW-Motor. Die bisherige TS 8 entsprach nicht mehr den jetzigen Anforderungen.

 


1960

Amtsantritt von Adolf Frodermann als Wehrführer.

Anfang der 60er Jahre kam es häufig zu Bränden auf der Mülldeponie in Bexten. Ein Ausrücken der Löschgruppe Lockhauen war oft erforderlich. Die Löscharbeiten waren erschwert, da sich der Brandherd tief im Inneren der Müllberge befand.

 


1962

20 jähriges Jubiläum

Die aktive Mannschaft 1962 vor ihrem Opel Blitz


1964

Übergabe eines Tanklöschfahrzeugs 8 (TLF 8) an die Löschgruppe für die LS Bereitschaft (Luftschutz-Brandschutzdienst). Die LS Bereitschaft bildete eine eigenständige Einheit, deren Fahrzeuge durch die Bundesrepublik Deutschland bereitgestellt wurden. Neben der Lockhauser Einheit bildeten weitere Fahrzeuge aus anderen Feuerwehren die Lippische LS Bereitschaft – z.B. die Feuerwehren Holzhausen und Leopoldshöhe. Mit dem TLF 8 nahmen die Kameraden in den folgenden Jahren an mehreren Großübungen in der Region teil. Diese Übungen fanden häufig innerhalb von Lippe statt, aber auch mit anderen Bereitschaften zusammen als 3-Tages Übungen, z.B. in Altenbeken. Geübt wurde unter anderem Wasserförderung über 7-8 km lange Wegstrecken.

 


1965

Überörtliche Hilfeleistung der Löschgruppe Lockhausen beim Hochwasser in Paderborn im Rahmen der LS Bereitschaft.

Monatelang brachte Wehrführer Frodermann im harten Winter 1965/1966 mit dem roten Mannschaftswagen die Schulkinder der Unterstufe bei schlechten Wetter aus den weit entfernten Randgebieten der Gemeinde zur Volksschule im Ortskern.


1967

Einen modernen Ausrüstungsstand erreichte die Feuerwehr Lockhausen 1967 mit einem Löschfahrzeug TLF 16/24 von Mercedes-Benz. Ein neu angesiedeltes Gewerbegebiet machte einen erhöhten Brandschutz notwendig.

In die Zeit Ende der 60er Jahre fällt die Gründung der Lockhauser Jugendfeuerwehr. Diese löste sich allerdings nach einigen Jahren wieder auf. Durch regelmäßigen Besuch der Übungsabende und durch Teilnahme an Lehrgängen, haben die Wehrmänner ihren Ausbildungsstand stetig verbessert.

 


1972

Zum 30 jährigen Jubiläum fand das 22. Kreisfeuerwehrverbandstreffen des Kreises Lemgo in Lockhausen statt. Zuvor stellten die 45 Löschgruppen ihre Leistungsfähigkeit bei den Leistungswettkämpfen rund um den Kinderspielplatz am Knipkenbach unter Beweis.

 


1975

Überörtliche Hilfeleistung im Rahmen des Katastrophenschutzes beim Waldbrand in der Lüneburger Heide.

 


1982

Amtsantritt von Helmut Krüger als Löschgruppenführer.

Zum 40 jährigen Jubiläum wurde das erste „Spiel ohne Grenzen“ von der Löschgruppe ausgerichtet.

 


1987

Am 12. März brannte eine Zollstockfabrik an der Leopoldshöher Straße. In einem Spänebunker hatten sich Holzspäne entzündet. Von den Einsatzkräften wurde unter anderem ein Schaumangriff über die Drehleiter aufgebaut. Am 29. Dezember wurde das Bad Salzufler Kurhaus durch einen Großbrand zerstört. Die Löschgruppe Lockhausen war an den Löscharbeiten beteiligt.

 


1988

Amtsantritt von Rüdiger Dittmann als Löschgruppenführer.

 


1990

Weltrekord im Getränkekistenstapeln. Die Kameraden aus Lockhausen hielten den Weltrekord mit einer Höhe von 30,54 Metern vom 13. August 1990 bis 15. September 1991.
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1992

Das 50 jähriges Bestehen der Löschgruppe wurde mit einem Festakt gefeiert.

Am 21. Dezember brannte die Möbelfabrik Schwagmeier bei einem Großfeuer völlig aus. Einsatzkräfte der angrenzenden Gemeinden wurden nach Lockhausen nachalarmiert.

Bereits am 21. März brannte das Riedhotel im Ortsteil Werl.


1996

Das altgediente Tanklöschfahrzeug 16/24 (TLF 16/24) wurde nach 29 Jahren durch ein modernes TLF 16/25 von Mercedes-Benz ersetzt.

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1997

Übergabe des alten TLF 16/24 an die Feuerwehr in Sercaia. Drei Lockhauser Kameraden haben das Fahrzeug in Rumänien übergeben und die dortige Ortsfeuerwehr intensiv mit den Gerätschaften geschult.

 


2000

Im Mai kam es zu einem Großbrand auf dem Gelände des Recycling Unternehmens TDI. Überwiegend brannten Holzpaletten, Kunststoffe und Getränkekisten. Ein Heizöl- sowie ein Flüssiggastank sorgten für großes Gefahrenpotenzial. Es bestand zeitweise Explosionsgefahr. Es wurden Einsatzkräfte vieler umliegender Feuerwehren aus den Kreisen Lippe und Herford, sowie der Stadt Bielefeld angefordert. Die gemessenen Luftkonzentrationswerte in der näheren Umgebung blieben unter den Grenzwerten. Brandursache war ein Holz-Stau in einer großen Schreddermaschine.

Im Juni brannte ein Stall im Ortsteil Wülfer. Über 170 Schweine verendeten.

 


2002

60 jähriges Jubiläum

Amtsantritt von Bernd Frey als Löschgruppenführer.

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2006

Vollbrand eines Autotransporters auf der Bundesautobahn 2 (BAB 2) im Dezember.

 


2007

Im Januar fegte der Sturm Kyrill über Deutschland. Es war der stärkste Orkan seit vielen Jahren. Unsere Region wurde dabei stark getroffen, sodass es zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen kam. Die Löschgruppe Lockhausen war 12 Stunden im Einsatz. Beispielsweise wurden vollgelaufene Keller leergepumpt und Straßen von umgestürzten Bäumen befreit.

Am 20. Januar wurde das neue Gerätehaus an der Leopoldshöher Straße 10, nach nur wenigen Monaten Bauzeit, an die Löschgruppe übergeben. Das alte Gerätehaus entsprach nach 57 Jahren nicht mehr den heutigen Anforderungen und war zudem baufällig.

Ebenfalls in diesem Jahr erhielt die Löschgruppe einen Ford Transit als Mannschaftstransportwagen (MTW). Die Mobilität der Löschgruppe konnte somit entscheidend gesteigert werden.


2008

Im Mai wurde das Kreisverbandstreffen auf dem Lockhauser Sportplatz von den Löschgruppen Biemsen-Ahmsen, Wülfer-Bexten und Lockhausen ausgerichtet. Bei bestem Wetter wurde das dreitägige Fest mit Gottesdienst, offiziellen Teil, Rundmarsch durch die Gemeinde sowie Feier und Tanz im Festzelt begangen.

Zwei Wochen zuvor fanden die Leistungswettkämpfe der Lippischen Feuerwehren in der Vogelsiedlung statt.

Amtsantritt von Sascha Skoruppa als Löschgruppenführer.

Die Löschgruppe erhielt im Sommer einen Gerätewagen Logistik 2 (GW-L 2) als weiteres Einsatzfahrzeug


2009

Feuer 4 – Wohnungsbrand am 25. Mai im Sperlingsweg – Ortsteil Lockhausen.

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Die Löschgruppe übernimmt Aufgaben im Rahmen des Katastrophenschutzkonzeptes Massenanfall von Verletzten (ManV) des Kreises Lippe von der Feuerwehr Lemgo.

Des Weiteren werden Aufgaben in der Lippischen Einheit des neuen Katastrophenschutzkonzept des Landes Nordrhein Westfalen, Behandlungsplatz Bereitschaft 50 NRW (BHP-B 50 NRW), übernommen. Hierbei wird mit Unterstützung weiterer Hilfsorganisationen ein Behandlungsplatz aufgebaut indem ca. 50 Verletzte pro Stunde medizinisch versorgt werden können, bevor sie zur weiteren Behandlung in Kliniken eingeliefert werden.

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2010

An der länderübergreifende Krisenstabsübung der Bundesrepublik Deutschland, unter der Bezeichnung Lükex, nahm die Löschgruppe als Bestandteil der BHP 50 Einheit des Kreises Lippe teil. Bei der Übung in und um der Lemgoer Lipperlandhalle wurde eine Großschadenslage nach einem Anschlag auf ein Handballspiel angenommen.

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2011

Am 25. Mai wurde die Löschgruppe im Rahmen des ManV Konzeptes (Massenanfall von Verletzten) des Kreises Lippe zu einer Jugendherberge nach Oerlinghausen alarmiert. Hier hatten sich mehrere Kinder mit einem Darmvirus infiziert und mussten vor Ort medizinisch erstversorgt werden, bevor sie in umliegende Krankenhäuser eingeliefert wurden.


2012

70 jähriges Jubiläum der Löschgruppe und 30 Jahre Spiel ohne Grenzen

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Feuer 4 – Am 14. August stand eine zu einem Wohnhaus umgebaute ehemalige Scheune an der Lockhauser Straße in Flammen. Das Feuer hatte sich auch auf den Dachstuhl des angrenzenden Wohnhauses ausgebreitet.

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Foto: Daniel Hobein, Lippische Landes-Zeitung


2013

Hochwasserlage in neuen Bundesländer

Am 06.06.2013 erhielten die Einheitsführer der Bezirksreserve einen Voralarm auf Grund der Hochwasserlage in den neuen Bundesländern. Dies ist eine Reserve des Zivilschutzes, die von anderen Bundesländern für besondere Katastrophen angefordert werden kann. Um 07:30 Uhr am darauf folgendem Tag wurden die Einheitsführer telefonisch unterrichtet, dass die Bezirksreserve Detmold vom Bundesland Sachsen-Anhalt über die Landeshauptstadt Düsseldorf angefordert wurde. Der Gerätewagen Logistik der Löschgruppe Lockhausen ist in dieser Reserve integriert und wurde dadurch in Alarmbereitschaft versetzt. Die Vorgabe an die Löschgruppe war es, mit vier Kameraden um 12.00 Uhr abfahrbereit zu sein.

Um 12:30 Uhr fuhr der Gerätewagen Logistik zusammen mit anderen Einheiten der Feuerwehr Bad Salzuflen los. Auf einem Parkplatz der BAB 2 schlossen sich die Einheiten dem Verband des Regierungsbezirks Detmold an. Die Fahrzeuge des Kreises Lippe und des Kreises Gütersloh fuhren gemeinsam weiter zum Einsatzabschnitt Schönebeck/ Sachsen-Anhalt. Ab der Ausfahrt der Bundesautobahn wurde der Verband in seinen Bereitschaftsraum eskortiert. Nach einer Einweisung  in die Gesamtlage der Stadt Schönebeck, fuhr die Einheiten bis auf die Logistikfahrzeuge in die zugewiesen Einsatzabschnitte. Die Mannschaft löste dort die Kameraden vor Ort ab. Vom Bereitschaftsraum wurde die Verladestelle angefahren. Gabelstapler beluden den Gerätewagen Logistik mit Sandsäcken. Es wurden verschiedene Einsatzabschnitte angefahren, wo die Sandsäcke benötigt wurden. An der Logistik waren neben Feuerwehrfahrzeugen auch Fahrzeuge vom THW, der Bundeswehr, und unzählig viele Privatfahrzeuge beteiligt. Die Gerätewagen- Logistik Besatzung wurde zwei mal abgelöst.

Nach einer Woche Schichtdienst, war der Hochwassereinsatz beendet. Der Gerätewagen Logistik kehrte am 14. Juni zu seinem Standort Lockhausen zurück. Die Bilder vom Hochwasser kennt man aus den Medien, aber dies zeigt nicht das wirkliche Ausmaß der Katastrophe. Es war unvorstellbar wie aufoperungsvoll sich die Menschen vor Ort einbracht haben. Es wurden Sandsäcke in der prallen Sonne bis zur Erschöpfung gefüllt. Lange Menschenketten bildeten sich an den Deichen.  Personen die nicht körperlich in der Lage waren, versorgten die Helfer mit Essen und Trinken.

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2014

Amtsantritt von Frank Eberhardt als Löschgruppenführer und Marcel Eickhoff als stellvertretender Löschgruppenführer.

Katastropheneinsatz Mühlheim an der Ruhr
Am 11. Juni 2014 wurde die Bezirksreserve wieder in Alarmbereitschaft versetzt. Der letzter Einsatz der Bezierksreserve war der Hochwassereinsatz an der Elbe. Dieses Mal war über das Rheinland und das Ruhrgebiet eine Gewitterfront hinweg gezogen. Es wurden Windgeschwindigkeiten von 148 Km/h gemessen. Wenn man bedenkt, dass Orkane mit einer Windgeschwindigkeit von ca. 111 km/h gemessen werden, kann man sich vorstellen, was für Kräfte dort gewirkt haben müssen. Es wurden viele Keller und Straßen überflutet, Blitze sind eingeschlagen, Bäume wurden herausgerissen und Baumkronen herausgedreht. Das Unwetter dauerte 30 Minuten. Diese kurze Zeit reichte aus, um Autobahnen und Straßen unpassierbar zu machen. Der Schienenverkehr war ebenso lahmgelegt. Bäume in allen Größen lagen überall herum und versperrten die Anfahrt der Einsatzkräfte. Die Einsatzstellen waren nur sehr schwer zugänglich.

Am 11. Juni 2014 wurde der erste Abmarsch der Bezirksreserve gegen 03:00 Uhr in Richtung Ruhrgebiet mit Ziel Mühlheim an der Ruhr in Bewegung gesetzt. Die Organisation für den Einsatz führte der Kreis Lippe durch. Einsatzkräfte der Bezirksreserve wurden täglich ausgetauscht.

Am 13. Juni erhielt auch die Löschgruppe Lochhausen den Einsatzbefehl, vier Kameraden um 03:00 Uhr abfahrbereit zur Hauptwache Bad Salzuflen zu schicken. Mit Kameraden aus den Löschgruppen Biemsen-Ahmsen, Wülfer Bexten und Bad Salzuflen schlossen wir uns dem Verband vom Kreis Lippe an. Der Verband umfasste dreizehn Einsatzfahrzeuge. In Mühlheim angekommen, wurden die Einsatzkräfte in Züge aufgeteilt (umfasst 15 bis 20 Kameraden). Die Feuerwehrkameraden bekamen Einsätze zugeteilt, die sie nach und nach abarbeiten mussten. Straßen waren unpassierbar, Kindergärten und Schulen waren nicht zu erreichen. Anwohner kamen zum Teil nicht aus ihren Häusern. Fast überall hingen Äste in noch stehenden Bäumen, die herunterzufallen drohten. Ganze Bäume lagen mitsamt Wurzelwerk auf den Häusern oder Fahrzeugen. Dächer wurden abgedeckt. Ein Bild der Verwüstung bot sich fast allen Einsatzkräften. Die Bilder aus den Medien lassen vielleicht erahnen, wie es dort ausgesehen haben muss. Vor Ort war es jedoch um ein Vielfaches schlimmer.Die Zusammenarbeit aller eingesetzten Feuerwehren des Kreises Lippe, der Feuerwehr Mühlheim, dem THW sowie privaten Helfern klappte hervorragend. Alle hatten das gleiche Ziel: So schnell wie möglich eine Normalisierung für die Stadt Mühlheim und deren Einwohner herzustellen. Die Aufräumarbeiten werden sich noch sehr lange hinziehen, ebenso wie alle Reparaturen an Gebäuden, Fahrzeugen, Straßen, Gleisanlagen sowie Strom- und Telekommunikationsnetzen. Auch dieses Mal sind wir von dem Unwetter nicht betroffen.

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2015

Am 16. Februar 2015 kurz nach 17 Uhr erfolgte die Alarmierung zu einem Brand in einem Spänebunker im Ortsteil Lockhausen. Die Leitstelle Lippe erhöhte auf Feuer 3 – neben den Hauptamtlichen Kräften und dem Kommandodienst wurde die Löschgruppe Lockhausen, die Löschgruppe Wülfer Bexten, der Einsatzleitwagen sowie die Drehleiter von der Löschgruppe Bad Salzuflen alarmiert.

Die Löschgruppe Lockhausen rückte mit dem LF, GW und MTF zur Einsatzstelle aus. Der holzverarbeitende Betrieb lagert Holzstaub und Späne in einem 120 qm großen Spänebunker ein. Diese gelangen von der Produktion über eine Absauganlage in den Bunker.

Da die Wasserversorgung sichergestellt werden musste, wurde der Schlauchwagen der Löschgruppe Retzen sowie das TLF 4000 der Hauptamtlichen Wache nachalamiert. Zur Eigensicherung wurde das DRK des Ortsvereins Schötmar angefordert.
Die Einsatzstelle wurde in drei Abschnitte eingeteilt: 1. Abschnitt Spänebunker, 2. Abschnitt Sicherheit und 3. Abschnitt Wasserversorgung.

Die erste Maßnahme der Feuerwehr bestand darin, einen Schaumteppich auf die oberste Späneschicht aufzutragen. Dies geschah über eine Zugangsklappe oberhalb des Bunkers. Der Schaum sollte eine Sauerstoffzufuhr unterbinden und aufwirbelnden Staub binden. Im unteren Bereich des Bunkers wurde eine Tür unter gebührender Vorsicht geöffnet, um an die Holzspäne zu gelangen. Von der Zugangsöffnung des Bunkers wurden die Späne zuerst von Hand mit Schaufeln abgetragen, bis später ein Teleskopradlader zur Verfügung stand, der diese dann abtrug und abtransportierte.
Mit der Wärmebildkamera wurde nach Glutnestern gesucht. Gerade das Abtragen dieser Schichten birgt erhebliches Risiko einer Staubexplosion. Die glimmenden Späne wurden etwa 2 Meter entfernt vom Boden entdeckt und fasste zwei Mulden.

Eine überhitze Förderschnecke, die Späne vom Bunker in die Heizungsanlage befördert, wurde freigeschaltet und mit Wasser gekühlt. Da die Gefahr einer Explosion durch aufwirbelndem Staub bestand, musste der Brandschutz über Trupps unter Atemschutz sichergestellt werden. Die Drehleiter der Löschgruppe Bad Salzuflen stand über die gesamte Dauer des Einsatzes in Bereitschaft.

Die erste Ablösung der Einsatzkräfte erfolgte um 01:30 Uhr am Folgetag. Morgens um 6 Uhr wurden diese Schicht wiederum abgelöst.

Dienstagnachmittag war das Abtragen der Späne beendet und alle Gutnester abgelöscht.
Nach 21 Stunden konnten alle Einsatzkräfte wieder einrücken.


Wir trauern um Volker Dittmann

Die Feuerwehr Bad Salzuflen trauert mit der Löschgruppe Lockhausen und seiner Familie um den aktiven Feuerwehrkameraden UBM Volker Dittmann. Unser Kamerad Volker ist am Samstagmorgen, den 07. März 2015 im Alter von 53 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben.

Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt.
Ein Mensch, der immer für uns da war, ist nicht mehr.
Er fehlt uns.
Was bleibt, sind dankbare Erinnerungen,
die uns niemand nehmen kann.

Wir wünschen Volkers Angehörigen viel Kraft in den schweren Stunden des Abschiedes. Volker hinterlässt eine Lücke, die wir mit unseren Erinnerungen und Gedanken füllen, aber niemals schließen werden können.


Viele Einsatzstunden im Juli 2015 für die Löschgruppe Lockhausen! 

Im Juni musste die Löschgruppe Lockhausen 26 Einsatzstunden verrichten.


Am 02.07.15 BMA (Brandmeldeanlage):

Im Industriegebiet Lockhausen

Dauer: 1 Std.

BMA


Am 06.07.15 VU ( Verkehrsunfall ) auf der A2:

Dauer: 1 Std.


Am 08.07.15 BMA im Industriegebiet:

Dauer: 1 Std.


Am 08.07.15 nochmal BMA ausgelöst Industriegebiet:

Dauer: 1 Std.


Am 12.07.15 Ölspur auf der A2:

Die Polizei hatte die BAB 2 in Richtung Hannover kurz nach der Anschlußstelle Herford/ Bad Salzuflen voll gesperrt.

Die Ölspur erstreckte sich kurz nach dem alten Rasthof Herford Ost bis nach Niedersachsen.

Wie sich später herausstellte, hatte ein Reisebus aus Polen diese Ölspur verursacht.

Dauer: 9 Std.


Am 22.07.15 LKW Brand A2:

Bei eintreffen der Feuerwehr stand der Lkw samt Ladung bereits im Vollbrand.

Der LKW hatte gepresste Folienballen geladen. Schon auf dem Weg zum Gerätehaus, war eine schwarze Rauchsäule vom weiten sichtbar.

Nach einem Reifenplatzer auf der linken Seite der Zugmaschine, zog nach Aussage des Fahrers der Lkw sofort nach links über alle Fahrspuren bis auf die linke Fahrspur. Trotz einer Vollbremsung und Lenkversuchen war der Lkw nicht mehr ohne weiteres steuerbar. Der Fahrer bekam seinen Lkw noch zum halten. Beim Aussteigen schlugen ihm schon die Flammen entgegen. Glück im Unglück, dass der Lkw kein anderes Fahrzeug auf dieser viel befahren Autobahn neben sich hatte.

Dauer: 9 Std.

 

© Fotos: Daniel Hobein

 


Am 25.07.15 Sturmeinsätze mitten im Hochsommer:

Nach mehreren heißen Tagen brachte ein Sturmtief nicht nur Abkühlung sondern auch viel Arbeit für die gesamte Feuerwehr Bad Salzuflen. Windböen mit Sturmstärke ließ Bäume entwurzelt und Äste wie Streichhölzer abknicken.

Dauer: 4 Std.

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Am 07.11.15 Interkommunale Alarmübung in Herford:

Die Löschgruppe Lockhausen wurde zusammen mit der Löschgruppe Biemsen-Ahmsen, sowie dem Einsatzleitwagen aus Bad Salzuflen zu einer unangekündigten Großübung in Elverdissen alarmiert. Die Einsatzstelle war eine Spedition, die sich in dem interkommunalen Industriegebiet Bad Salzuflen, Herford und Bielefeld befindet. Organisiert wurde sie von der Löschgruppe Elverdissen.

Foto: Daniel Hobein

Neben den Einheiten aus Herford wurden auch Einheiten aus Bielefeld und aus anderen Hilfsorganisationen mitalarmiert. Das Übungszenario bestand aus einer brennenden Lagerhalle mit vermissten Personen. Aufgrund der Lage musste die Wasserversorgung über lange Wegstrecken und durch Pendelverkehr sichergestellt werden.

Die Fahrzeuge aus Bad Salzuflen positionierten sich zusammen mit Einheiten aus den Löschabteilungen Altenhagen, Milse, sowie Brake zunächst in einem Bereitstellungsraum auf der Ostwestfalenstraße. Währenddessen organisierte der Einsatzleitwagen den Funkverkehr, da die Herforder Feuerwehr im Gegensatz zu den anderen Wehren noch analogen Funkbetrieb hat. Außerdem war er Ansprechpartner für die Herforder Einsatzleitung, um die im Bereitstellungsraum vorhanden Einsatzfahrzeuge in die für sie angeforderten Einsatzabschnitte zu entsenden. Das Lockhauser Tanklöschfahrzeug wurde vom Herforder Einsatzleiter in die Löschwasserversorgung mit eingebunden.

Der Grund für diese Übung war, das Zusammenspiel bei solchen Einsatzlagen zwischen den angrenzenden Städten zu trainieren.

© Fotos: Daniel Hobein – Lippische Landes-Zeitung

 


2016

Am 25.06.2016 LG Lockhausen im Katastrophengebiet Kreis Borken

Hochwasser_Isselburg_14Am 25. Juni 2016 um 07:30 Uhr wurde die Bezirksreserve Lippe/Gütersloh alarmiert. Nach tagelangen anhaltendem Regen gab der Kreis Borken nahe der Niederländischen Grenze Hochwasseralarm. Der Kreis Borken rief den Katastrophenfall aus und bat unter anderem die Bezirksreserve 4 aus Lippe um Hilfe. Da der Gerätewagen Logistik der Löschgruppe Lockhausen auch mit in den Fahrzeugverband gehört, machten sich sechs Kameraden fertig für einen 24 Stunden Einsatz. Zudem war auch die Löschgruppe Retzen mit eingebunden.

Die notwendigsten Sachen wurden zu Hause gepackt, um dann so schnell wie möglich zum Sammelplatz aufzubrechen. Die Hauptwache der Feuerwehr Bad Salzuflen war für diesen Einsatz der Sammelplatz für verschiedene Einheiten aus dem Kreis Lippe. Nach kurzer Einteilung und Information zum Schadensgebiet ging die Reise los.

Der erste Anlaufpunkt war die Stadt Raesfeld, wo wir von der dortigen Feuerwehr mit kalten und warmen Getränken erwartet wurden. Nach einem kurzen Aufenthalt wurden wir in die Stadt Isselburg verlegt. Durch die nachrückende Versorgungseinheit aus Lemgo wurden wir mit Essen und Getränken versorgt, da es für viele Kameraden die erste Mahlzeit seit Stunden war.

Hochwasser_Isselburg_10Wir bekamen den Einsatzauftrag einen Deich der Issel zu stabilisieren. Ein Teil der Kameraden wurde zum Beladen von Sandsäcken eingeteilt. Der Rest zum Verbauen der Sandsäcke auf dem Deich. Dort angekommen trafen wir auf die Kameraden vom THW, die schon eine Verladestelle eingerichtet hatten. Der Transport der Sandsäcke konnte nur mit Booten vorgenommen werden, da es keine Zugangswege für Einsatzfahrzeuge zum Deich gab. Die Einsatzkräfte auf dem Deich richteten Anlegestellen für die Boote ein und entluden diese mit Hilfe der Bootbesatzung. Anschließend wurden die Sandsäcke am Deich verbaut.
Nachdem unsere Einheit die Boote geleert, die Sandsäcke getragen und verbaut hatte, war eine vierstündige Pause angedacht und eine Ablösungseinheit sollte die Arbeiten weiterführen. Diese Einheit wurde allerdings woanders eingesetzt. Das hieß für uns durcharbeiten. Um 01:30 Uhr bekamen die letzten Einsatzkräfte ihr Abendbrot, das freundlicherweise vom örtlichen DRK zubereitet wurde. Nach kurzer Pause hieß es wieder weitermachen. Nur die Fahrer der Einsatzfahrzeuge wurden Schlafen geschickt, um wieder fit für die Rückfahrt nach Bad Salzuflen zu sein. Für den Rest der Mannschaft ging die Arbeit bis zum frühen Morgen um 06:30 Uhr weiter.

Das Ziel den Deich zu stabilisieren und somit eine Überflutung zu verhindern, wurde erfolgreich umgesetzt. Auf der Rückfahrt war es in den Einsatzfahrzeugen sehr ruhig. Kaum etwas zur Ruhe gekommen, schliefen die ersten vollkommen erschöpft ein. In Bad Salzuflen wieder angekommen, wurden die Fahrzeuge wieder Einsatzbereit gemacht, so dass der Einsatz gegen 11:30 Uhr beendet war.


2017

Am Samstag, den 18. März 2017, Großübung in Lockhausen:

Am Samstag, den 18. März 2017, wurde eine Großübung in Lockhausen durchgeführt. Rund 150 Einsatzkräfte übten eine ABC-Lage (Atomaren, Biologischen und Chemischen Stoffen) auf dem Gelände der Spedition Dachser. Die Löschgruppe Lockhausen und Wülfer-Bexten waren als erstanrückenden Kräfte vor Ort. Kurz darauf traf die Löschabteilung Altenhagen ein.

Auf einer Wechselbrücke, die an einer Verladerampe stand, ist eine nicht zu definierende Flüssigkeit ausgelaufen, von der eine unbekannte Gefahr ausging. Der Fokus der ersteintreffenden Kräfte beschränkte sich auf das Retten von Verletzten, das Absperren des Gefahrenbereichs sowie das Aufbauen der Notdekon. Die Notdekon wird eingesetzt, um die Einsatzkräfte, Verletzten und Geräte von schadhaften Stoffen grob zu reinigen. In Summe mussten sechs Verletzte versorgt werden. Der Gefahrenbereich wurde abgesperrt und gekennzeichnet.

Nach Anforderung des Einsatzleiters rückten der ABC-Zug des Kreises Lippe sowie der Stadt Bielefeld an. Es wurden weitere Dekontaminationseinrichtungen aufgebaut, um kontaminierte Personen und Geräte zu reinigen. Die Verletzten wurden von den Johannitern versorgt. Das Übungsszenario sollte u.a. das stadtübergreifende Zusammenspiel der verschiedenen Einheiten proben.


 

Am Donnerstag, dem 18.05.2017, Unwettereinsätze wegen Starkregenfront:

Am 18.05.2017 gegen 16:45 Uhr ereignete sich auf Grund eines Tiefdruckgebietes ein gewaltiger Wolkenbruch über Bad Salzuflen. Alle Feuerwehren in Bad Salzuflen wurden daraufhin zur Bereitschaft in ihre Gerätehäuser/Wachen alarmiert. Zeitgleich wurde die Leitstelle „Florian Bad Salzuflen“ besetzt, um die Einsätze im Stadtgebiet zu koordinieren. Über 40 Einsätze gingen in der Kreis-Leitstelle Lippe in Lemgo ein und wurden dann an Florian Bad Salzuflen weitergeleitet. Die Einsätze wurden dann nach und nach an die bereitstehenden Feuerwehrkräfte verteilt und abgearbeitet. Neben verschlammten Straßen, abgeknickten Ästen und wasserspeienden Gullis, gab es auch wieder unzählige vollgelaufene Keller, die die Hausbesitzer beunruhigten.

Auch wir, die Löschgruppe Lockhausen, wurden zur Bereitschaft in unser Gerätehaus gerufen. Unser erster Einsatz war auf der Ostwestfalenstraße. Dort hatte sich eine große Menge Schlamm von einem Abhang gelöst und ist auf die Fahrbahn gerutscht. Mit Hilfe des Schnellangriffs, Schüppen und Besen konnte diese Verunreinigung schnell beseitigt werden, sodass die Autofahrer unbehindert weiterfahren konnten.

Anschließend wurden wir in eine Siedlung in Schötmar geschickt, wo sich angeblich viele Nachbarn über vollgelaufene Keller beschwerten. Beim Eintreffen fanden wir allerdings nur in einem einzigen Keller wirklich Wasser vor. Allerdings stand das Wasser dort nur etwa knapp 3cm hoch. Da unsere Tauchpumpen auf einen minimalen Wasserstand von 5cm ausgelegt sind, konnten wir der Familie nicht weiterhelfen.

Wieder am Gerätehaus angekommen, folgte fünf Minuten später, etwa gegen 19:00 Uhr, schon der nächste Einsatz: Wir fuhren zur Firma Kampe in Wülfer-Bexten und sollten die bereits vor Ort arbeitenden Kameraden der Löschgruppe Wülfer-Bexten unterstützen. Dort hatte sich eine riesige Menge Schlamm verselbstständigt und hat den kompletten Hinterhof der Firma überschwemmt. Zusätzlich kamen auch noch die Kameraden aus Schötmar/Werl-Aspe zur Unterstützung. Bis in die späten Abendstunden waren die Kameraden damit beschäftigt, mit einem Minibagger und Schüppen den Schlamm mühselig zu beseitigen. Zwischendurch wurden wir von der Firma Kampe mit Getränken versorgt. Auch für Essen für die tatkräftigen Helfer wurde gesorgt. Um 23:30 Uhr waren wir wieder am Gerätehaus und konnten erschöpft ins Bett gehen.


Die Mitbürger können jedoch darauf vertrauen, dass die Löschgruppe Lockhausen getreu dem Wahlspruch „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“ immer bereit sein wird. So bleibt zu hoffen, dass der Ortsteil Lockhausen in Zukunft vor größeren Brand- und Katastrophenschäden bewahrt bleibt.

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