Kreisweite Unwetterübung „Sophos“: Erfolgreicher Stresstest für unsere Einsatzzentrale

23.03.2026

Den Ausnahmezustand proben, um für den Ernstfall gerüstet zu sein: Am Freitag, den 13. März, haben wir erneut an der kreisweiten Unwetterübung „Sophos“ teilgenommen. Die Leitstelle Lippe hatte ein groß angelegtes, fiktives Unwetterszenario ausgearbeitet, um das Zusammenspiel zwischen der Leitstelle und den Feuerwehren im Kreisgebiet unter realen Bedingungen zu trainieren.

Bereits im vergangenen Jahr haben wir uns an der groß angelegten Übung „Sophos“ beteiligt. Auch in diesem Jahr haben wir die Möglichkeit intensiv genutzt, um unsere internen Abläufe bei sogenannten Flächenlagen weiter zu optimieren und unsere Einsatzzentrale auf der Feuerwache einem umfassenden Stresstest zu unterziehen.

Der Ablauf: Von der Vorwarnung bis zur Flächenlage

Das Übungsszenario begann am Vormittag sehr realitätsnah mit ersten Wetterwarnungen. Bereits gegen 11.30 Uhr gab die Leitstelle Lippe die „Unwetterwarnung Stufe 4, Orkan Sophos“ heraus.

Gegen kurz nach 17.00 Uhr traf das fiktive Unwetterereignis dann mit voller Härte das Kreisgebiet. Die Leitstelle rief die Flächenlage aus. Das bedeutet: Die reguläre Einsatzkoordination durch die Kreisleitstelle stößt aufgrund der schieren Menge an Notrufen an ihre Grenzen und die lokalen Einsatzzentralen in den Städten und Gemeinden übernehmen die unwetterbedingten Einsätze in Eigenregie.

Wir haben dabei exakt den realen Ablauf geübt: Falls unsere Kräfte bei einer solchen Lage nicht ohnehin schon auf der Straße gebunden sind, macht die diensthabende Besatzung des Sonderfahrzeuges unsere Einsatzzentrale auf der Feuerwache betriebsbereit. Zeitgleich werden dienstfreie Kräfte hinzu alarmiert. Sobald diese auf der Wache eintreffen, lösen sie die diensthabenden Kollegen ab und übernehmen die komplette Koordination der Einsätze.

Unsere Einsatzzentrale im Detail: Strukturierte Arbeitsteilung

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Übung lag auf den reibungslosen Abläufen innerhalb unserer Einsatzzentrale. Bei einer großen Flächenlage herrscht hier absoluter Hochbetrieb – eine klare Struktur ist dann unerlässlich:

  • Vier spezialisierte Arbeitsplätze: Jeder der vier Plätze in der Zentrale hat fest zugewiesene Aufgaben, von der Annahme der Einsatzmeldungen bis hin zur Funkabwicklung und Dokumentation.

  • Der Lagedienst: Ein erfahrener Lagedienst übernimmt die Führung. Er muss Entscheidungen treffen, Einsätze priorisieren (z. B. „Menschenleben in Gefahr“ vor „Baum auf Straße“) und den Kräfteansatz strategisch planen.

  • Die Lagewand: Mindestens eine weitere Person unterstützt den Lagedienst aktiv an der Lagewand, um jederzeit den grafischen und räumlichen Überblick über das gesamte Stadtgebiet, offene Einsatzstellen und verfügbare Fahrzeuge zu behalten.

Doch auch abseits der Funkgeräte greifen die Rädchen ineinander: Im Hintergrund sorgen weitere Einsatzkräfte beispielsweise für die Verpflegung der eingesetzten Kräfte. Im realen Einsatzfall organisieren sie zudem die Logistik, wie etwa die Ausgabe von Sandsäcken an der Feuerwache.

Über 40 fiktive Einsätze und kritische Parallellagen

Während der mehrstündigen Übung haben wir in der Zentrale über 40 fiktive Einsätze disponiert. Neben den klassischen sturmbedingten Schäden wurden uns auch kritische Paralleleinsätze eingespielt, die höchste Priorität erforderten: Darunter ein gemeldeter Dachstuhlbrand nach einem Blitzeinschlag sowie ein ausgelöster Heimrauchmelder.

Um den Funkverkehr für unsere Disponenten so realitätsnah wie möglich zu gestalten, übernahm die Besatzung unseres Einsatzleitwagens (ELW) eine besondere Aufgabe: Sie simulierte über Funk die zahlreichen Einsatzfahrzeuge im Stadtgebiet und sorgte so für eine authentische Kommunikation und realistische Rückmeldungen von den fiktiven Einsatzstellen.

Unser Fazit

Wir ziehen eine durchweg positive Bilanz! Die Übung bot uns erneut die ideale Gelegenheit, uns intensiv mit dem Einsatzleitsystem und dem Unwettermodul vertraut zu machen und unsere internen Abläufe für den Grundschutz der Bad Salzufler Bevölkerung zu festigen.

Besonders erfreulich: Wir konnten die Übung nutzen, um drei Kollegen, die bislang noch keine Berührungspunkte mit der Arbeit in der Einsatzzentrale hatten, erfolgreich in die komplexen Systeme einzuweisen.

Aufs nächste Unwetter sind wir somit gut vorbereitet.