Drohneneinheit

Die Drohneneinheit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzuflen unterstützt unsere Einsatzkräfte mit einem entscheidenden Vorteil: dem Blick aus der Luft. Was am Boden unübersichtlich, weiträumig oder schwer zugänglich ist, lässt sich aus der Vogelperspektive in Sekunden erfassen. Damit liefert die Einheit der Einsatzleitung in vielen Lagen eine weitere Informationsgrundlage, die für schnelle und richtige Entscheidungen nötig ist.

Wann die Drohne zum Einsatz kommt

Die Drohneneinheit ist fester Bestandteil unserer Alarm- und Ausrückeordnung. Bei bestimmten Einsatzstichwörtern wird sie automatisch mitalarmiert:

  • Personensuche
  • Person im Wasser oder auf dem Eis
  • Gefahrstoffaustritt
  • Dachstuhlbrand
  • Großbrände (z. B. Feuer 4)
  • Flächen- und Waldbrände

Darüber hinaus kann jeder Einsatzleiter die Einheit zusätzlich anfordern – etwa zur Lageerkundung bei unübersichtlichen Schadensereignissen, zum großflächigen Ausleuchten einer Einsatzstelle aus der Höhe oder zur akustischen Warnung der Bevölkerung über einen eingebauten Lautsprecher.

Was die Drohne leistet

Im Einsatz übernimmt die Drohne typische Aufklärungs- und Unterstützungsaufgaben:

  • Personensuche: Auch bei Dunkelheit, in dichter Vegetation oder auf großen Wasserflächen, unterstützt durch Wärmebildtechnik
  • Lageerkundung: Verschaffen eines schnellen Überblicks bei großflächigen oder schwer einsehbaren Einsatzstellen
  • Brandbekämpfung: Lokalisieren von Glutnestern bei Dachstuhl-, Flächen- und Waldbränden
  • Gefahrgutlagen: Erkundung aus sicherer Entfernung, ohne Einsatzkräfte unnötig zu exponieren
  • Ausleuchten: Großflächige Beleuchtung von Einsatzstellen aus der Höhe
  • Bevölkerungswarnung: Durchsagen über den verbauten Lautsprecher in Schadensgebieten
  • Koordinatenermittlung: Präzise Standortübermittlung an die Einsatzleitung über den integrierten Laserentfernungsmesser
Die Mannschaft an der Einsatzstelle

Eine Drohnenbesatzung besteht im Regelfall aus drei Funktionen, die jeweils klar abgegrenzte Aufgaben haben:

  • Drohnenpilot: Steuert das Fluggerät und ist für den sicheren Flugbetrieb verantwortlich
  • Luftbildauswerter: Wertet die Live-Bilder aus, hält die Kommunikation zur Einsatzleitung und führt das Team taktisch
  • Luftraumbeobachter: Behält den umliegenden Luftraum im Blick und warnt vor anderen Luft- oder Flugobjekten, anderen Drohnen oder unbeteiligten Personen im Gefahrenbereich

Zur klaren Identifikation tragen alle Mitglieder der Mannschaft einheitliche Kennzeichnungswesten in Grau mit gelb-schwarzem Schachbrettmuster und entsprechendem Funktions-Rückenschild. Während des Flugbetriebs gilt für Pilot und Luftraumbeobachter das Prinzip des „sterilen Cockpits“: Sie werden nur bei Gefahr im Verzug angesprochen, um sich vollständig auf ihre Aufgabe konzentrieren zu können. Der Start- und Landebereich ist durch eine markierte Plane sowie Verkehrsleitkegel oder Flatterband klar abgegrenzt.

Ausbildung und Qualifikation

An die Mitglieder der Drohneneinheit stellen wir hohe Anforderungen. Jedes aktive Mitglied verfügt mindestens über:

  • den EU-Kompetenznachweis A1/A3
  • die abgeschlossene BOS-Drohnensteuerer-Ausbildung gemäß den Mindeststandards des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
  • eine fundierte praktische Flugausbildung in Anlehnung an die Vorgaben der EGRED 2

Ein Teil der Einheit hat darüber hinaus das EU-Fernpilotenzeugnis (A2/STS) erworben. Diese Mitglieder fungieren als interne Ausbilder.

Damit die Routine im Einsatz erhalten bleibt, gelten für jeden Piloten verbindliche Mindestflugleistungen pro Quartal: drei Starts und Landungen, mindestens 60 Flugminuten und mindestens ein Flug ohne GPS-Unterstützung (Attitude-Modus). So bleibt die Handlungssicherheit auch dann gewährleistet, wenn die Technik einmal an ihre Grenzen kommt.

Sicherheit und rechtlicher Rahmen

Der Flugbetrieb der Feuerwehr Bad Salzuflen folgt einem detaillierten Betriebshandbuch und einer eigenen Standard-Einsatz-Regel. Damit ist sichergestellt, dass jeder Einsatz nach klaren Vorgaben abläuft.

  • Beteiligte Personen: Alle Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzuflen erhalten regelmäßige Unterweisungen zum Drohneneinsatz und gelten damit offiziell als „beteiligte Personen“. Das ist die rechtliche Grundlage dafür, dass an einer Einsatzstelle gefahrlos und rechtskonform geflogen werden kann.
  • Luftraumkoordination: Bei Annäherung von Rettungs- oder Polizeihubschraubern landet die Drohne grundsätzlich unverzüglich. Erst nach Absprache mit den verantwortlichen Luftfahrzeugführern wird der Betrieb wieder aufgenommen. Die Sicherheit bemannter Luftfahrt hat in jedem Fall Vorrang.
  • Versicherung: Der Betrieb ist über die kommunale Haftpflichtversicherung der Stadt Bad Salzuflen abgedeckt.
Umgang mit Bild- und Videodaten

Bei Drohneneinsätzen entstehen Bild- und Videoaufnahmen. Wir gehen damit verantwortungsvoll und nach den Vorgaben der DSGVO um:

  • Aufnahmen werden ausschließlich für die Einsatzbewältigung und -dokumentation verwendet.
  • Nach der Auswertung werden die Daten in das geschützte Einsatzbild-Archiv der Feuerwehr Bad Salzuflen überführt.
  • Daten auf der Speicherkarte der Drohne und auf Zwischenspeichern werden anschließend gelöscht.

So stellen wir sicher, dass nur die für die Einsatzdokumentation tatsächlich erforderlichen Daten dauerhaft erhalten bleiben.

Unser Fluggerät

Im Einsatz ist eine DJI Matrice 4TD, ein Modell, das speziell für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) entwickelt wurde.

MerkmalWert
Flugzeitbis zu ca. 45 Minuten pro Akkusatz
Windfestigkeitbis ca. 12 m/s
Betriebstemperatur-20 °C bis +50 °C
SchutzklasseIP55 (geschützt gegen Staub und Strahlwasser)
Maximale Flughöhebis ca. 6.500 m über Meeresspiegel

 

Sensorik an Bord:

  • Weitwinkelkamera mit 48 Megapixeln
  • Telekamera mit bis zu 112-fachem Zoom
  • Wärmebildkamera mit einer Auflösung von 640 × 512 Pixeln und einem Messbereich bis 550 °C
  • Laserentfernungsmesser für präzise Distanzmessungen bis 1.800 Meter

Zusätzliche Ausstattung:

  • LED-Suchscheinwerfer für Nachteinsätze
  • Lautsprecher für Durchsagen
  • 21,5 Zoll Outdoor-Monitor zur Bildauswertung im Team
  • Markierte Start- und Landeplane (2,5 × 2,5 Meter)

(Luft-)Fahrzeuge

SZU 0 Drohne

Drohne

 

Hersteller:DJI

Modell:Matrice 4TD

Baujahr:2025

Nutzlasten:Scheinwerfer, Lautsprecher

Ansprechpartner

Jan Henrik Ostmeier
Drohnenbeauftragter

Marcel Knorr
Drohnenbeauftragter

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