Einsatzszenarien unter realistischen Bedingungen trainieren, Handgriffe festigen und aus Fehlern lernen: Unter diesem Motto machten sich am Samstag, den 21.03.2026, rund 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr Bad Salzuflen in den frühen Morgenstunden auf den Weg zum Außengelände des Instituts der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen (IdF NRW) in Münster. Es stand ein vollgepackter und lehrreicher Ausbildungstag auf dem Programm.
Intensivtraining am IdF NRW in Münster: 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr Bad Salzuflen proben den Ernstfall
Mit dabei waren an diesem Tag Kameradinnen und Kameraden der Einheiten Schötmar/Werl-Aspe, Biemsen-Ahmsen und Retzen sowie die Drehleiterbesatzung der Löschgruppe Bad Salzuflen.
Nach der Ankunft auf dem weitläufigen Übungsgelände in Münster startete der Tag zunächst mit einer kurzen, aber wichtigen Sicherheitseinweisung. Im Anschluss gab es für alle Einsatzkräfte ein gemeinsames Frühstück zur Stärkung, bevor es direkt in die Praxis ging.
Für den Übungsablauf wurden die Kräfte in zwei Gruppen aufgeteilt, die zeitgleich an verschiedenen Stationen anspruchsvolle Lagen abarbeiteten. Parallel dazu nutzte die Besatzung der Drehleiter das optimale Übungsumfeld, um alle einsatztaktischen Handgriffe weiter zu vertiefen und die vorgeschriebenen jährlichen Fortbildungsstunden zu absolvieren.
Um die Alarmierungsabläufe so realitätsnah wie möglich zu gestalten, begaben sich die Einheiten zwischen den Übungen in einen Bereitstellungsraum und warteten dort auf ihren „Einsatzbefehl“.
Fünf fordernde Einsatzszenarien
Im Laufe des Vormittags mussten die Gruppen insgesamt fünf sehr unterschiedliche und komplex ausgearbeitete Übungen bewältigen:
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Bahnbetriebsunfall: Eine Person war auf einem Bahnkesselwagen verunglückt. Hier lag der klare Fokus auf der Eigensicherung: Es wurde strengstens darauf geachtet, dass weder die Gleisanlagen noch der Güterwaggon betreten wurden, bevor nicht das „Sperrfax“ (die offizielle Streckensperrung durch die Bahn) vorlag und die Oberleitung fachgerecht geerdet war.
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Wohncontainerbrand: Ein gemeldetes Feuer in einer Containeranlage, bei dem eine Person vermisst wurde. Schnelles Vorgehen unter Atemschutz war hier gefragt.
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Schwerer Verkehrsunfall: Ein Szenario mit mehreren beteiligten PKW und diversen verletzten Personen. Die große Herausforderung bestand in einer extrem gründlichen Erkundung der unübersichtlichen Einsatzstelle, um sicherzustellen, dass keine Unfallopfer „übersehen“ werden.
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Brandmeldeanlage (BMA) im Altenheim: Was als Routine-Einsatz durch eine aufgelaufene BMA begann, entwickelte sich bei der Erkundung schnell zu einem bestätigten Feuer mit einer vermissten Person im Gebäude.
Nach diesen ersten schweißtreibenden Einsätzen stand am Mittag eine wohlverdiente Pause auf dem Plan. Zur Stärkung gab es für die gesamte Mannschaft leckere Pizza, um die Energiereserven für den Nachmittag wieder aufzufüllen.
Das große Finale: Die Zugübung
Zum Abschluss des Tages stand frisch gestärkt eine Zugübung auf dem Plan, die alle rund 40 Einsatzkräfte noch einmal gemeinsam forderte und das Zusammenspiel der Einheiten auf die Probe stellte.
Das anfängliche Stichwort lautete lediglich „Ausgelöster Heimrauchmelder“. Doch bereits auf der Anfahrt meldete das zunächst alleinfahrende Löschgruppenfahrzeug der Einheit Retzen eine massive Rauchentwicklung auf Sicht. Der Einheitsführer reagierte sofort und veranlasste eine Stichworterhöhung auf „Feuer – Menschenleben in Gefahr“.
Bei der weiteren Erkundung an der Einsatzstelle spitzte sich die Lage zu: Auf der Gebäuderückseite machten sich zwei Personen auf einem Balkon im 1. Obergeschoss bemerkbar, in der eigentlichen Brandwohnung wurde noch eine Person vermisst und es war unklar, wie viele weitere Menschen sich noch im Gebäude aufhielten.
Nun mussten alle verfügbaren Ressourcen parallel und effektiv eingesetzt werden: Die Drehleiter aus Bad Salzuflen ging umgehend auf der Rückseite in Stellung, um die Personen vom Balkon zu retten. Zeitgleich drangen zwei Trupps unter schwerem Atemschutz in das Gebäude ein, um die Menschenrettung in der Brandwohnung sowie die Brandbekämpfung einzuleiten.
Unser Fazit: Fehler machen, um daraus zu lernen
Der gesamte Übungstag war für alle Teilnehmenden eine enorm wertvolle Erfahrung. Gelerntes konnte unter Stressbedingungen vertieft und wichtige Handgriffe weiter gefestigt werden.
Das Wichtigste an solchen Tagen: Kleinere Fehler dürfen und sollen hier passieren. Sie wurden im Nachgang in großer Runde umfänglich und konstruktiv besprochen. Genau dafür sind Übungen da – um daraus zu lernen und im realen Einsatz für die Bürgerinnen und Bürger in Bad Salzuflen noch besser, sicherer und routinierter handeln zu können.









































