Jahresdienstversammlung der Feuerwehr Bad Salzuflen im Kurhaus – Abschied, Dank und ein klarer Blick nach vorn

03.03.2026
Die Gesamtwehr vor dem Kurhaus in Bad Salzuflen

Am Freitag, den 27. Februar 2026, fand die diesjährige Jahresdienstversammlung der Gesamtwehr im Kurhaus in Bad Salzuflen statt. Neben den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr waren der Bürgermeister Dirk Tolkemitt sowie geladene Gäste aus Politik, Verwaltung, des Lippischen Feuerwehrverbandes und der Polizei der Einladung gefolgt. Rund 300 Personen versammelten sich im Kurhaus, um gemeinsam auf das vergangene Jahr 2025 zurückzublicken, Entwicklungen einzuordnen und einen besonderen personellen Umbruch an der Spitze der Feuerwehr zu begleiten.

Wie in jedem Jahr bildete die Versammlung den zentralen Rahmen, um Bilanz zu ziehen: Neben der Entwicklung der Personalstärke und der Einsatzzahlen standen auch Aus- und Fortbildung, die Arbeit der Jugend- und Kinderfeuerwehr, die Ehrenabteilung sowie die Bereiche Seelsorge und Psychosoziale Unterstützung im Fokus. Auch wurde in würdigem Rahmen der verstorbenen Kameraden gedacht. Zahlreiche Ehrungen und Beförderungen sowie personelle Veränderungen rundeten den offiziellen Teil ab.

Christian Drewes, stellvertretender Leiter der Feuerwehr und Leiter der hauptamtlichen Wache, berichtete von einer stabilen und personellen Situation innerhalb der aktiven Einsatzabteilung. Mit 573 Einsatzkräften bleibt die Personalstärke nahezu unverändert auf einem hohen Niveau.
Mit insgesamt 825 Einsätzen im Jahr 2025 lag das Einsatzaufkommen zwar spürbar unter dem außergewöhnlichen Rekordjahr 2024 mit über 1.000 Einsätzen, bleibt aber dennoch hoch. Als wesentlichen Grund nennt Christian Drewes, dass das Stadtgebiet von größeren Unwetterlagen verschont geblieben ist. Die Zahlen zeigen damit eine Rückkehr zu einem „normal hohen“ Niveau.

Einen besonderen Stellenwert nahm erneut die Nachwuchsarbeit ein. Stadtjugendfeuerwehrwart Frederik Hucke blickte auf ein ereignisreiches Jahr der Jugendfeuerwehr zurück. Ein herausragendes Ereignis war die Ausrichtung der Leistungsspange – erstmals seit 20 Jahren wieder in Bad Salzuflen. Darüber hinaus konnte beim 50. Kreisfeuerwehrzeltlager ein beachtlicher zweiter Platz in der Gesamtwertung erreicht werden. Die große Bedeutung der Jugendfeuerwehr wurde im weiteren Verlauf des Abends nochmals deutlich hervorgehoben: Ralf Mensenkamp bezeichnete sie als einen der wichtigsten Bausteine der Feuerwehr und als unverzichtbare „Nachwuchsschmiede“.

Auch die Kinderfeuerwehr entwickelt sich weiterhin äußerst positiv. Kinderfeuerwehrwart Martin Sohl berichtete von 23 Eintritten im Jahr 2025 – ein starkes Signal für das wachsende Interesse an der Feuerwehr schon im jüngsten Alter. Das langjährige außergewöhnliche Engagement von Martin Sohl wurde an diesem Abend in besonderer Weise gewürdigt: Er erhielt durch den Deutschen Feuerwehrverband das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze – die dritthöchste Auszeichnung der deutschen Feuerwehr.

Im Mittelpunkt des Abends stand der Abschied des Leiters der Feuerwehr Ralf Mensenkamp, der seit 2015 die Freiwillige Feuerwehr Bad Salzuflen maßgeblich geprägt hat. Auf eigenen Wunsch wurde er durch den Bürgermeister Dirk Tolkemitt aus seinem Amt entlassen.
Bereits der Auftakt seines letzten offiziellen Abends als Leiter der Feuerwehr war außergewöhnlich: In einer Kolonne aus Feuerwehrfahrzeugen wurde er von seinem Wohnhaus abgeholt und durch ein eindrucksvolles Fackelspalier zum Kurhaus begleitet – ein sichtbares Zeichen der tiefen Verbundenheit innerhalb der Wehr.

Nach den Beförderungen richtete Bürgermeister Dirk Tolkemitt persönliche Worte an die Versammlung – und insbesondere an Ralf Mensenkamp. Für einen besonders bewegenden Moment sorgte dabei eine weitere Überraschung: Rund 40 Personen bestehend aus Leitern der Feuerwehren, ihren Stellvertretern sowie Vertretern der Hilfsorganisationen aus dem Kreis Lippe betraten den Saal, um ihrem langjährigen Weggefährten an seinem letzten Tag als Wehrführer ihre Anerkennung zu erweisen. Thomas Lalk, Geschäftsführer des Lippischen Kreisverbandes, bezeichnete diese Geste später als Ausdruck des hohen Ansehens, das Ralf Mensenkamp auch über die Stadtgrenzen hinaus genießt.

In seiner Ansprache würdigte Bürgermeister Dirk Tolkemitt die außergewöhnlichen Verdienste Mensenkamps. Er habe die Feuerwehr im Jahr 2015 unter schwierigen Rahmenbedingungen übernommen, sie wieder geeint und die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Feuerwehr neu aufgebaut. Heute könne sich die Bevölkerung auf eine starke und geschlossene Wehr verlassen. Er sei ein Teamspieler, der stets an die Zukunft gedacht und an sie geglaubt habe. Nicht zuletzt sei es sein Verdienst, dass die Freiwillige Feuerwehr Bad Salzuflen zu einem echten Aushängeschild der Stadt geworden ist. Sein Wirken wird auch über seine aktive Amtszeit hinaus spürbar bleiben: Der kürzlich beschlossene Brandschutzbedarfsplan trägt deutlich seine Handschrift und wird die zukünftige Ausrichtung der Feuerwehr nachhaltig prägen.

In einem offiziellen Akt wurde Ralf Mensenkamp mit Ablauf des 28. Februar 2026 aus seinem Amt entlassen. Als Zeichen des Dankes erhielt er das Abzeichen in Silber der Stadt Bad Salzuflen.
Mit Wirkung zum 1. März 2026 wurde der zum Stadtbrandinspektor beförderte Sascha Soormann zum neuen Leiter der Feuerwehr ernannt. Der Staffelstab ist damit offiziell übergeben.
In seinen ersten Worten, die er in neuer Funktion an die Versammlung richtet, betont er den Anspruch, die bereits starke Gemeinschaft der Feuerwehr weiterzuentwickeln – hin zu einer „zukunftsorientierten und noch stärker vernetzten Wehr“. Er tritt in große Fußstapfen, kann sich jedoch auf die volle Unterstützung von Rat, Verwaltung und der Wehr verlassen.

Mit einem besonderen Geschenk aus den Reihen der Wehr wurde Ralf Mensenkamp schließlich verabschiedet: Ein individuell gestaltetes Präsent im Airbrush-Design, das seine Feuerwehrkarriere eindrucksvoll widerspiegelt, erinnerte noch einmal an seinen Weg und sein Wirken in der Feuerwehr Bad Salzuflen. Mit dem traditionellen Leitspruch der Feuerwehr klang der Abend aus:

„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“

Die Jahresdienstversammlung 2026 wird somit nicht nur als Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr in Erinnerung bleiben, sondern auch als ein Abend des Dankes, der Anerkennung und eines klaren Aufbruchs in die Zukunft der Feuerwehr Bad Salzuflen.

 

Ehrungen, Beförderungen und weitere personelle Veränderungen

50-jähriges Dienstjubiläum feiert Jörg Kleemann. Das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber (für 25 Jahre) erhielten Fabian, Alexander Derking Korthals, Michael Wöhler, Andre Brokbartold, Martin Dittmann, Ingo Rhiemann, Frederic Pilgrim und Christian Arndt. In Gold erhielten das Feuerwehr-Ehrenzeichen (für 35 Jahre) Daniel Matysiok und Martin Sohl.

Zum Feuerwehrmann bzw. zur Feuerwehrfrau wurden befördert: Luke Allersmeier, Georg Dammeyer, Fynn Hebrock, Jennifer Gorny, Nico Fuchs, Kevin Grinder, Philipp Bondzio, Nicole Deutsch, Pascal Müller, Jeannot Rabsch, Peter Zerezki, Lena Meise, Celina Schapeler und Lea Spellmeier. Zum Oberfeuerwehrmann bzw. zur Oberfeuerwehrfrau wurden befördert: Matthias Kühle, Emily Sophie Otto, Fynn Frederik Zimmermann, Marcel Adomeit, Moritz Brandes, Tim Burmeier, Felix Adam, Dustin Klemme, Tim Haase, Kevin Wolf, Hendirk Funke und Tim Schapeler. Befördert zum Hauptfeuerwehrmann bzw. zur Hauptfeuerwehrfrau wurden: Jan Schröder, Alina Schillo und Julian Rammhorst. Die Beförderung zum Unterbrandmeister erhielten: Henri Brüning, Florian Mayer, Justin Wagner, Tobias Küthe, Mirko Eberhardt, Tobias Schwamborn und Nic Kampe. Zum Brandmeister bzw. zur Brandmeisterin wurden befördert: Moritz Nähler, Mario Wilke, Charlotte Beckmann, Florian Schnittger, Torsten Hansen, Nico Schnitgerhans, Leon Stock, Timo Winkler und Benjamin Theißmann. Befördert zum Oberbrandmeister wurden: Christian Kunze, Marcel Thomae, Alexander Partosch und Jan Henrik Ostmeier. Zum Hauptbrandmeister befördert wurden: Oliver Hansen, Michael Korte und Matthias Strunk. Die Beförderung zum Brandinspektor erhielten: Max Menke, Christian Baier, Florian Thynne und Oliver Kempkes. Zum Brandoberinspektor wurden befördert: Daniel Matysiok und Jan Roos. Zum Stadtbrandinspektor wurde Sascha Soormann befördert.

Martin Sohl wurde offiziell zum Stadtkinderfeuerwehrwart ernannt und übernimmt somit die Aufgabe von Annette Schlinkheider. Janine Kerscher wurde zu seiner Stellvertretung ernannt. Lara Loreen Skoblin übernimmt von Janine Kerscher die Leitung der Kinderfeuerwehrgruppe 1.
Auch in der Einsatzabteilung gibt es personelle Veränderungen. In der Löschgruppe Retzen übergibt Sascha Soormann die Löschgruppenführung an Martin Deppe. In Wülfer geht die Löschgruppenführung von Marc Frodermann auf Jan Henrik Ostmeier über.

Christian Kunze wurde zum Feuerwehrarzt ernannt.

Rüdiger Böke, Guido Limberg und Thomas Stipp treten nach jahrelangem Einsatz bei den Aktiven in die Ehrenabteilung über.