Neue Perspektive aus der Luft: Unsere Drohneneinheit ist offiziell im Dienst

29.04.2026

Am gestrigen Dienstag, den 28.04.2026, haben wir ein neues Kapitel in unserer Einsatztaktik aufgeschlagen: Die neu formierte Drohneneinheit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzuflen wurde offiziell in den Einsatzdienst übernommen.

Von der Idee zur einsatzbereiten Einheit

Bereits vor gut einem Jahr trafen sich mehrere motivierten Einsatzkräfte aus unseren verschiedenen Einheiten zu einem ersten Auftakttreffen. Aus dieser Initiative heraus haben wir die neue Drohneneinheit gegründet und schrittweise aufgebaut. Im Laufe des vergangenen Jahres konnten wir schließlich das neue Einsatzmittel – eine hochmoderne Drohne vom Typ DJI Matrice 4TD – beschaffen und in Betrieb nehmen. Heute besteht unsere neue Gruppe aus einem festen Kern von zehn Einsatzkräften.

„Ich freue mich, dass die Drohneneinheit nach intensiver Vorbereitung nun an den Start geht. Für uns als Feuerwehr ist das ein wichtiger Meilenstein und ein technologisch großer Schritt nach vorne“ betont Wehrführer Sascha Soormann.

Umfassende Ausbildung und kontinuierliches Training

Ein solider Grundstein war bei diesem Projekt von Anfang an gelegt: Jedes Mitglied unserer neuen Einheit besaß bereits im Vorfeld den A1/A3-Kenntnisnachweis sowie wertvolle private Flugerfahrung mit Drohnen. Darauf aufbauend haben vier der Mitglieder erfolgreich das EU-Fernpilotenzeugnis (A2/STS-Schein) erworben. Diese vier Kameraden übernehmen nun die interne Ausbildung, fungieren als zentrale Ansprechpartner innerhalb der Einheit und geben ihr fundiertes Fachwissen gezielt an die restliche Gruppe weiter.

Die weiterführende theoretische Grundlage bildete für alle zehn Mitglieder der erfolgreiche Abschluss des Online-Moduls „Drohnensteuerer BOS, Teil B (BOS-Theorie) gemäß Mindeststandards der EGRED“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Die anschließende praktische Flugausbildung haben wir in Anlehnung an die Vorgaben der EGRED 2 eigenständig bei uns auf der Feuerwache durchgeführt.

Neben zahlreichen reinen Übungsflügen auf dem Gelände der Wache wurden bereits gemeinsame Übungen mit verschiedenen anderen Einheiten der Feuerwehr Bad Salzuflen absolviert. So stellen wir sicher, dass wir für die offizielle Indienststellung und die reibungslose Zusammenarbeit im Ernstfall bestens gewappnet sind. Um diesen hohen Standard und einen rechtlich stets sicheren Betrieb zu gewährleisten, bilden wir unsere Mitglieder zudem kontinuierlich weiter. Dazu gehört auch eine strikte Nachweispflicht: Jeder unserer Piloten muss regelmäßige Pflichtflugstunden auf der Einsatzdrohne absolvieren und die sichere Bedienung der Drohne sowie der gesamten Nutzlast im Detail beherrschen.

„Wir als Drohneneinheit freuen uns, dass wir das Hobby „Drohne“ mit unseren Tätigkeiten bei der Feuerwehr kombinieren können! Nach ca. 12 Monaten intensiver Ausarbeitung, Vorbereitung, Ausbildung und Übung sind wir bereit für den Einsatz und wollen die Technik in die Luft bringen.“ Jan Henrik Ostmeier, Drohnenbeauftragter.

Rechtssicherheit und standardisierte Abläufe an der Einsatzstelle

Neben der praktischen Ausbildung haben wir auch im administrativen und einsatztaktischen Bereich Vorarbeit geleistet. Es wurde ein detailliertes Betriebshandbuch erstellt und eine spezifische Standard-Einsatz-Regel (SER) entwickelt. Ebenso erhalten alle Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzuflen fortan eine jährliche Unterweisung für den Drohneneinsatz, um im Einsatzfall den sicheren und rechtskonformen Flugbetrieb an der Einsatzstelle zu gewährleisten.

Hochmoderne Technik für jede Wetterlage

Das Herzstück der Drohneneinheit, die DJI Matrice 4TD, ist speziell für die Anforderungen von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) entwickelt worden. Dank ihrer IP55-Zertifizierung ist die Drohne effektiv gegen Staub und Regen geschützt, was den Einsatz auch unter widrigen Witterungsbedingungen ermöglicht. Mit einer Flugzeit von bis zu 54 Minuten pro Akkusatz bietet das System zudem die nötige Ausdauer für langwierige Einsatzlagen.

Für die taktische Aufklärung verfügt das Fluggerät über ein hochmodernes Kamerasystem, das eine Weitwinkel-, eine Dual-Zoom- sowie eine leistungsstarke Wärmebildkamera kombiniert. Ein integrierter Laser-Rangefinder erlaubt es zudem, Distanzen von über 1.800 Metern präzise zu messen und Koordinaten direkt an die Einsatzleitung zu übermitteln. Zusätzlich ist die Drohne mit leistungsstarken Scheinwerfern für Nachteinsätze und einem Lautsprecher für gezielte Durchsagen ausgestattet. Für eine optimale Bildauswertung ist zusätzlich ein 21,5 Zoll großer externer Monitor im Einsatz.

An der Einsatzstelle selbst werden die Piloten und Helfer zur klaren Identifikation entsprechende Funktionswesten gekennzeichnet. Den Start- und Landebereich der Drohne wird durch eine 2,5 x 2,5 Meter großen Landeplane markiert.

Taktischer Einsatz und Alarmierung

Ab dem 01.05. ist die Drohneneinheit fest in die Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) integriert. Bei spezifischen Einsatzstichwörtern wie z. B. Personensuche, Person im Wasser/Eis, Gefahrstoffaustritt, Dachstuhlbrand, Großbränden sowie bei Flächen- und Waldbränden wird die Einheit ab sofort automatisch mitalarmiert. Darüber hinaus steht sie als wertvolle Ressource bereit und kann durch den jeweiligen Einsatzleiter bei Bedarf jederzeit für weitere Lagen angefordert werden – beispielsweise zur Lageerkundung bei unübersichtlichen Einsätzen, zum großflächigen Ausleuchten von Einsatzstellen aus der Höhe oder um die Bevölkerung mittels des verbauten Lautsprechers effektiv zu warnen.

Auf Basis künftiger Einsatzerfahrungen werden wir dieses Leistungsspektrum kontinuierlich weiterentwickeln und einsatztaktisch vertiefen. Wir freuen uns über diese wertvolle Unterstützung aus der Luft und wünschen unserer neuen Einheit allzeit einen guten und sicheren Flug!