Vorbereitungen auf Heiligabend und Silvester laufen

23.12.2025

Wenn an Heiligabend die Besinnlichkeit in die Wohnzimmer einzieht, sitzen sechs Männer auf der neuen Bad Salzufler Feuerwache bei ihrer „Ersatzfamilie“. Sie sind für 24-Stunden in Bereitschaft und stellen den sogenannten Grundschutz sicher, dann übernimmt die nächste Schicht.
Für Jens Kluge und André Köster wird der Heiligabend in diesem Jahr ein ganz besonderer. Dienstgruppenleiter Kluge wird 2027 pensioniert und erlebt nach über 33 Jahren seinen letzten Heiligabend im Rahmen der Kollegen, Köster ist erst seit zwei Jahren bei den hauptamtlichen Kräften dabei und begeht sein erstes Fest auf der Wache.
„In den ersten Jahren wo unser Sohn noch klein war, wars schon etwas Besonderes, Heiligabend nicht zu Hause zu sein“, berichtet Jens Kluge und gibt einen Kniff zu: „Wir haben einfach am 23. schon Bescherung gemacht. Das war genau so schön, als hätten wir das an Heiligabend gemacht.“
Und doch ist auch der Tag auf der Feuerwache gut durchgetaktet. Um 7.00 Uhr ist Dienstbeginn. Während die vorherige Schicht nach Hause zu ihren Familien darf, übernehmen Jens Kluge und seine fünf Mitstreiter. Gegen 10.00 Uhr wird traditionell der Bürgermeister auf der Feuerwache erwartet. Bis dahin werden Brötchen für das gemeinsame Frühstück geschmiert und die Räumlichkeiten etwas dem Weihnachtsfest entsprechend hergerichtet. Groß geschmückt wird auf der Feuerwache allerdings nicht. „In unserem Wachbereich haben wir zwei Adventskränze und im Eingangsbereich leuchtet ein kleiner Weihnachtsbaum“, sagt André Köster. Er hat sich bei der diesjährigen Dienstplanabfrage freiwillig für die Schicht an Heiligabend gemeldet. „Wir haben noch keine Kinder und meine Verlobte und ich holen den Heiligabend einfach nach. So können die Kollegen mit Kindern bei ihren Familien sein“, sagt der 30-Jährige selbstlos. Und doch seien die Kollegen auf der Wache über die Jahre zur Ersatzfamilie geworden. So werde am Abend des 24. Dezembers traditionell ein üppiges Gericht in der Feuerwehrküche gezaubert. „Dieses Jahr gibt es Rouladen mit Rotkohl und Klößen“, freut sich Jens Kluge sichtlich. Inzwischen sei man aber dazu Übergegangen, vorzukochen – der nächste Einsatz kann schließlich jederzeit kommen. „Wir haben vor zwei Jahren mal eine große Pute im Ofen gemacht. Die sollte auf den Punkt raus“, erinnert sich der 58-Jährige. Doch dann kam das Hochwasser. Teile der Uferstraße wurden überspült und aus dem Braten wurde ob des langen Einsatzes fast ein Mitternachtsschmaus. Das mit vor Vorkochen hat sich auf der Feuerwache übrigens auch für Silvester bewährt. Dann wird die Schicht auf acht Feuerwehrleute aufgestockt. Erfahrungsgemäß geht es unmittelbar nach dem Jahreswechsel auch direkt auf die Straße zu den ersten Bränden. Vorher wird aber noch von der Dachterrasse der neuen Feuerwache das neue Jahr mit alkoholfreiem Sekt und einem Blick auf das Feuerwerk über der Stadt begrüßt.

Neben den hauptamtlichen Kräften sind auch alle acht ehrenamtlichen Einheiten im Stadtgebiet über die Festtage in Bereitschaft. „Erfahrungsgemäß stehen hier immer ausreichend Kräfte zur Verfügung“, sagt Christian Drewes, Wachleiter und stellvertretender Feuerwehrchef in Bad Salzuflen. Für Silvester ist zudem die konkrete Anforderung, dass jede Einheit mindestens eine Fahrzeugbesatzung inklusive vier Atemschutzgeräteträger stellen müssen. Weiterhin wird das große Höhenfeuerwerk im Kurpark zum Jahreswechsel ebenfalls durch eine Brandsicherheitswache der Feuerwehr begleitet.